24. Mai 2017 OTZ

Wahlkreistour zu Besuch im Altenpflegeheim

Pflegefachkräfte sind weiterhin Mangelware im Saale-Holzland Linken-Politiker informierten sich gestern im Diakoniezentrum Bethesda über die aktuelle Situation in dem Pflegeheim Die Linken-Politiker Ralf Kalich, Karola Stange, Steffen Much und Mike Huster zu Besuch bei Stephan Bergner, dem Leiter des Diakoniezentrums 

Von Martin Hauswald Eisenberg.

Hoher Besuch hatte sich gestern im Diakoniezentrum Bethesda in Eisenberg angekündigt. Gleich drei Politiker der Partei Die Linke wollten sich über die Arbeit der Pflegeeinrichtung informieren. "Wir nutzen die Wahlkreiswochen gern für Besuche vor Ort", erklärte Landtagsabgeordneter Mike Huster. Mit dabei waren die sozialpolitische Sprecherin der Partei, Karola Stange und Linken-Bundestagskandidat für den Saale-Holzland- und Saale-Orla-Kreis, Ralf Kalich. Dabei interessierte Stange vor allem das Problem des Fachkräftmangels in der Pflege. "Personal ist in der Tat genau unser Thema", sagte Bethesda-Leiter Stephan Bergner. So stelle der ländliche Raum, noch dazu genau zwischen den Zentren Jena und Gera, die Einrichtung vor große Herausforderungen. "Für uns ist es schwierig, geeignete Fachkräfte zu finden", sagte Bergner. Aus diesem Grund setze das Diakoniezentrum auch bewusst auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Dabei spiele das Alter selten eine Rolle. "Selbst wenn wir Personen um die 50 ausbilden, lohnt sich das für uns immer noch", ergänzte der Einrichtungsleiter. Auch in der nächsten Zeit sehe es gut aus mit den Auszubildenden. Drei Schüler würden in diesem Jahr auslernen, die bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche hätten, wie Bergner betonte. Auch wenn die eigene Ausbildung eigentlich ein Wettbewerbsnachteil für die Einrichtung sei. Schließlich würde die Ausbildungsvergütung über eine Direktumlage direkt von den Patienten bezahlt. "Aber wir brauchen die Fachkräfte einfach. Und es wird immer schwerer, die richtigen Leute für uns zu finden", ergänzte der Bethesda-Leiter. Mike Huster interessierte sich neben dem Fachkräftebedarf für Fragen der ambulanten Pflege: "Welche Rolle spielt die Barrierefreiheit in Wohnungen?" Das sei ein wichtiges Thema, wie Bergner betonte. So könnten viele Umzüge von älteren Menschen, auch in Pflegeheime, vermieden werden, wenn Wohnungen von Anfang an barrierefrei konzipiert wären.